Tutorial: Eine Pinnwand modellieren (Teil 2: Pins)

Jetzt wo die Pinnwand selbst fertig ist, fehlen noch die typischen Pins.

1. Als erstes den Kopf des Pins. Dazu erzeugen wir mit einem Bezier-Spline die grobe Grundform des Kopfes. Später werden wir ihn mit einem Lathe-NURBS drehen, aber alles der Reihe nach.

2. Diese Grundform zupfen wir im Punktmodus nach Belieben ein wenig zurecht und verpassen ihr unten mit Tangenten noch eine schöne Biegung. Dazu selektieren wir die Punkte, zwischen denen die Biegung entstehen soll, und verpassen ihnen per Kontextmenü eine weiche Interpolation. Anschließend benutzen wir das Verschieben-Werkzeug um mit gedrückter SHIFT-Taste die Tangenten unseren Vorstellungen entsprechend zu manipulieren.
Das ganze sollte dann ungefähr so aussehen:

3. Weil in der Realität eigentlich keine absolut harten Kanten vorkommen, müssen wir die Ecken unseres Profils noch etwas abfasen. Dazu selektieren wir doch gleich mal die Punkte der oberen Ecken und benutzen das Fasen-Werkzeug, welches sich im Struktur-Menü unter "Spline bearbeiten" > "Fasen" befindet.

4. Bei der Rundung unten geht es nicht ganz so leicht, weil wir dort Tangenten gesetzt haben. Das Fasen-Werkzeug verändert die Tangenten und würde uns daher die Rundung kaputtmachen. Daher verschieben wir die betroffenen Punkte einfach ein klein wenig in Richtung der Rundung und erzeugen einen neuen Punkt, der an der ursprünglichen Stelle plaziert wird. Die Grafik fasst es zusammen:

5. Nachdem das Kopf-Profil nun also fertig ist, packen wir es in ein Lathe-NURBS und erhöhen hier die Unterteilung ein wenig, damit das ganze nicht so eckig aussieht.

6. Jetzt noch schnell die Nadel dran. Dazu erstellen wir zunächst ein Zylinder-Grundobjekt in geeigneter Dicke und Länge. Bei "Segmente Höhe" wird der Wert "2" eingetragen. Der Zylinder wird mit seinem Mittelpunkt knapp unter dem Kopf plaziert.

7. Nun konvertieren wir das Zylinder-Grundobjekt in ein Polygonobjekt und optimieren das ganze, indem wir in den Polygonmodus gehen und im Struktur-Menü "Optimieren" auswählen. Anschließend selektieren wir die untere Deckfläche.

8. Mit dem Werkzeug "Skalieren (entlang normalen)" aus dem Struktur-Menü verkleinern wir die untere Deckfläche bis es angemessen spitz aussieht. Sollte es nicht aussehen wie auf dem Bild, haben Sie wahrscheinlich vergessen, vorher zu optimieren.

9. Als letzen Schritt zum perfekten Pin erstellen wir noch zwei Materialien. Ein transparentes Plastik (Keine Farbe; 95% Transparenz, Brechung 2, Fresnel aktiviert; Spiegelung muß nicht, kann aber auf 15%; Umgebung ist ein Noise-Shader mit Kachelung auf 0.3 und Helligkeit 50%; Glanzlicht Höhe 100%, Breite 40%-60%, Abnahme 5-15, Illuminationsmodel Blinn) und ein Metall (Farbe 50% grau; Umgebung wie beim Plastik; Glanzlicht Höhe 100% und Breite ca. 15%). Das sieht dann ungefähr so aus:

10. Mich persönlich stört da der fast unsichtbare Schatten des Pin-Kopfes. Wenn man über die SLA-Shader verfügt, kann man dies mit einem Fresnel-Shader beheben. Mit etwas Tuning kann man fast schon den Eindruck von Caustics erzeugen, aber auch nur fast.
Der Pin ist jetzt natürlich noch viel zu groß, aber wir wenn wir das Lathe-NURBS und die Nadel in ein Null-Objekt legen, können wir die Größe später ja einfach an unsere Bedürfnisse anpassen.

So, das war die Modellierung des Pins. Weiter geht's mit Fotos und dem Finalen Rendering. Also weiter im nächsten Teil.

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